Als ich das erste Mal das Unbekannte kennenlernte – Ich und die Flüchtlinge Teil 2

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Wie gesagt …. da stand ich also … angezogen wie im Winter, müde vom Vorabend und da war diese Vorahnung, die sich blitzschnell in Realität verwandeln sollte ….

Denn, nur Sekunden nach unserer Ankunft, stürmte, ja stürmte, ich kann es nicht anders beschreiben, ein junger Bursch, Mitte 20 in Rot- Kreuz- Uniform aus der Eingangstür und begrüßte uns mit: „Ach Gottseidank seid’s ihr da (er war uns übrigens komplett unbekannt, was im Südburgenland wirklich eine Seltenheit ist – man kennt sich halt untereinander) – ich hab schon eine 38 Stunden Schicht hinter mir und muss echt ins Bett!! Alles was ihr braucht ist drinnen! 12 sind schon da – nachher kommen 34, aber das werdets ihr schon sehen“ sprach er und war schon in seinem Auto. Was man ihm natürlich nicht verdenken kann, ob ich alleine 38 Stunden ohne irgendwas zu tun aufbleiben könnte, ist fraglich.

Und noch immer kein Flüchtling in Sicht!!!

So rauchten wir gemeinsam noch eine Zigarette vor der Tür und öffneten frohen Mutes die Tür zur neuen/unbekannten/spannenden Welt. Welche Eindrücke wir hier sammeln, welche Menschen wir kennen lernen, in welche Fettnäpfchen wir treten werden und vor allem wie einschneidend dieser stinknormal Samstag für uns sein würde, ahnten wir natürlich nicht im Geringsten.

flucht_westbahnhof_mann

mit freundlicher Genehmigung von Götz Schrage/Fotograf

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