… weil ich WORKINGOUTLOUD von John Stepper gelesen habe …

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Working Out Loud by John Stepper

Inhalt

Working Out Loud beschreibt das Konzept, sein eigenes Tun, Handeln und Arbeiten transparent zu machen und dadurch ein sinnvolles und standhaftes Netzwerk aufzubauen. In seinem Buch wird sehr eindrucksvoll beschrieben wie er zu seinem Buch gekommen ist und was es für ihn bedeutet.

Außerdem definiert er fünf Kernelemte:

  • Deine Arbeit sichtbar machen— Arbeitsergebnisse, auch Zwischenergebnisse, veröffentlichen,
  • Deine Arbeit verbessern— Querverbindungen und Rückmeldungen helfen, Deine Ergebnisse kontinuierlich zu verbessern,
  • großzügige Beiträge leisten— biete Hilfe an, anstatt Dich großspurig selbst darzustellen,
  • ein soziales Netzwerk aufbauen— so entstehen breite interdisziplinäre Beziehungen, die Dich weiterbringen,
  • zielgerichtet zusammenarbeiten— um das volle Potenzial der Gemeinschaft auszuschöpfen.

 

Das Beste meiner Meinung an Working Out Loud ist, dass er nicht nur praktische Tipps gibt sondern Aufgaben, die man sofort erledigen kann. Jeder kann so in seinem Rhythmus arbeiten. Was mich überezeugt hat, sind die Working Out Loud Circles, da es hier keine Hierarchie gibt, sondern alle gleichgestellt sind und sich gegenseitig unterstützen.

Das Konzept von John Stepper ist meiner Meinung nach für jeden umzusetzen, ob für die persönliche oder berufliche Weiterentwicklung.

 

Informationen zum Buch

Sprache: Englisch

Seitenzahl (Printausgabe): 339 Seiten

ISBN der Quelle: 0692382399

Verlag: Ikigai Press

 

John Stepper über sein Buch

Even in my first job after college, I knew that work could be better.

I was fresh out of Columbia University and was working at Bell Labs, trying to improve how AT&T’s communications centers could be more efficient. There, in addition to making processes better, I saw we needed to make people feel better too: how they related to their work, their colleagues, and their company. That early project led to a book I co-authored called Successful Reengineering.

Now, twenty years later, there’s even more of an imperative to help people find meaning and fulfillment at work and in their lives. I’ve found that the best way to do that is working out loud. I’ve seen – first for myself, then for friends and colleagues I coached, and now in peer support groups around the world – how working out loud helps people become more effective, more connected, and happier.

So now I want to help millions of people have that experience. The book, this website, and the working out loud circles are all part of that aspiration. With a little help developing a few skills and habits, everyone can have a better career and life.

Ausschnitte aus dem Buch

A Shift in Possibilities: My Own Story

The key was changing habits. Over time, I realized that in addition to people learning a few skills, they needed help changing their habits so they could apply those skills regulary.

They all include the need to take small steps, chart your progress, reward successes, and seek peer support.

For a better Career and Life

What they have in common is their open, generous, connected approach to work and life.

Improving Your Odds

The principles he outlined include setting our own goals, developing our skills, being more conscious of others rather than self-conscious, and being able to concentrate and be involved.

The Evolution of “Working Out Loud”

purposeful discovery, relationships, generosity, visible work, and a growth mindset.

Purposeful Discovery

The goal orients your activities, and as you get feedback and learn, you adapt your goal accordingly.

Purposeful discovery is the equivalent pf lean start- up fort the start- up of you.

Having a goal in minds helps you orient your activites, while the other elements of working out loud help you develop skills and a mindset that can unlock all sorts of possibilities.

Leading with Generosity

The depper the relationship with people in your network, the more likely they are to help you.

A Growth Mindset

… focusing on improvement instead of performance can make a huge difference in effectiveness and confidence over time.

 

 

 

 

Als ich das erste Mal die Unbekannten kennenlernte – Ich und die Flüchtlinge Teil 1

Ein Samstag im Juli, eigentlich wie jeder andere. Am Freitag Abend bin ich bei einer Freundin zur Geburtstagsfeier eingeladen und weiß jetzt schon, dass wird wohl wieder lang werden. Aber was diesmal anders ist – ich muss am nächsten Tag um sechs in der Früh aufstehen! Katastrophe, vor allem nach einer langen Geburtstags-Grillfest-Würstl-Bier-Feier in Jabing!

Warum das, fragst du dich jetzt sicher bloß? Was bewegt eine 30jährige in Feierlaune dazu, die wochentags immer gegen halb sechs aufstehen muss und nur am Wochenende mal länger als fünf Stunden schlafen kann, zu einer solchen Entscheidung!

Tja, wir leben ja in spannenden Zeiten und nur wegschauen, dafür bin ich zu feige, denke ich mir mal. Also – Samstag Früh, Treffpunkt mit zwei Freunden in Heiligenbrunn – vor dem Erstaufnahmezentrum in Heiligenkreuz – weil – wir haben beschlossen ein wenig zu helfen. (Zu diesem Zeitpunkt, so denke ich mir im Nachhinein, war es weniger das „Helfen“, dass uns Samstag früh aus den Betten riss, sondern die Neugierde – was ist da bloß los in Heiligenkreuz).

Zwei Tage vor diesem besonderen Samstag, hatten wir uns auf der Seite des Roten Kreuzes in eine Doodle-Umfrage als Freiwillige ohne besondere Kenntnisse (!!) eingetragen. (Warum wir uns auf den Dienstbeginn um 7 Uhr früh gemeldet hatten, dass weiß nur der Teufel)

Nun sind wir also da! Ich muss zugeben, ich habe den gestrigen Abend zumindest optisch besser überstanden als meine zwei Mitstreiter. Ihnen steht ganz groß ins Gesicht geschrieben – sprich mich nicht an – gib mir Kaffee!! Ich gehe natürlich, nicht nur wegen unserer geistig und körperlich geschwächten Verfassung davon aus, da wir ja richtige Neustarter in diesem Metier sind, dass wir heute die Rot-Kreuz-Mitarbeitern assistieren werden.

In meiner Vorstellung waschen wir Geschirr ab, kehren den Boden und sortieren gespendete Wäsche. So stehen wir nun vor diesem Erstaufnahmezentrum (welch grässliches Wort, wie Notfallambulanz): meine zwei Begleiter, noch nicht ganz wach – und ich, in einer schwarzen langen Hose und einem türkisen Pullover – bis obenhin geschlossen – man bedenke, es ist Juli und mir ist es furchtbar heiß.

Warum, frage ich mich, noch ein wenig langsam grübelnd, trage ich nur so viel Kleidung im Hochsommer? Bis es mir wieder einfällt warum – als ich meiner lieben Oma von unserem – wir gehen jetzt mal den flüchtenden Menschen helfen  flehte sie mich an, mich „keusch“ anzuziehen, man sähe ja im Fernsehen, dass das lauter junge Männer ohne Respekt vor Frauen sind – natürlich hoffte/wusste/fühlte/ahnte ich, dass es wohl nicht so sein würde – aber wie man weiß – seiner Oma widerspricht man auf keinen Fall…..

Vorurteile???

In meinem ersten Blogbeitrag, möchte ich mir einige Vorurteile gegen Flüchtlinge ansehen, denen man tagtäglich begegnet. Entsprechen sie der Wahrheit oder kann man sie ganz einfach widerlegen?

Die ganzen Flüchtlinge sind alle bei uns. Die sollen doch in den islamischen Staaten bleiben. Solche Feiglinge … lassen Kinder und Frauen zurück und flüchten nach Österreich!!!

Derzeit gibt es weltweit so viele Flüchtlinge wie während des Zweiten Weltkrieges. Schätzungen sprechen von 50 Millionen Menschen. Der überwiegende Teil (ca. 33 Millionen) dieser Flüchtlinge flieht zwar aus seiner Heimatregion, bleibt aber im eigenen Land – sie sind sogenannte Binnenflüchtlinge.

Die restlichen Flüchtlinge bleiben meist in der Nähe ihrer Heimatländer. Die Länder, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen sind demnach auch die Türkei ( 1,59 Mio Flüchtlinge bei 77 Mio EinwohnerInnen), Pakistan (1,51 Mio Flüchtlinge bei 182 Mio EinwohnerInnen) und der Libanon (1,15 Mio Flüchtlinge bei 4 Mio EinwohnerInnen).

Nur 2 von 100 Flüchtlingen begeben sich auf die gefährliche Reise nach Europa. 2014 suchten 625.000 Menschen um Asyl in Europa an, 2015 werden es sicherlich mehr sein. Der EU Durchschnitt liegt bei 1,2 AsylwerberInnen auf 100 EuropäerInnen, in Österreich liegt er derzeit bei 3,3.

Da kommt einer und dann kommt gleich die ganze Sippe! Wenn wir einen dalassen haben wir alle da!

Nachgeholt werden kann immer nur die Kernfamilie. Dazu zählen Ehepartner (wenn die Ehe bereits vor der Flucht geschlossen wurde) und minderjährige unverheiratete Kinder bzw. bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die Eltern.

Anerkannte Flüchtlinge können sofort nach Erhalt des positiven Bescheids einen Antrag auf Familienzusammenführung bei einer österreichischen Botschaft stellen.

Subsidiär Schutzberechtigte müssen bis zur ersten Verlängerung ihrer Aufenthaltsberechtigung, also in der Regel ein Jahr, warten.

Die kriegen unser ganzes Geld!!! Für uns bleibt nichts mehr!!!

Asylwerber können Grundversorgung beziehen.

Bei Privatwohnenden setzt sich diese aus Verpflegungsgeld und Mietzuschuss zusammen. Das Verpflegungsgeld für einen Erwachsenen beträgt 200 Euro monatlich, für Kinder 90 Euro monatlich. Der Mietzuschuss (bei Vorliegen eines entsprechenden Miet- oder Nutzungsvertrages) beträgt für eine Einzelperson 120 Euro, für eine Familie 240 Euro.

Asylwerber, die in einer organisierten Unterkunft wohnen, bekommen monatlich 40 Euro Taschengeld. Sofern die Verpflegung nicht zur Verfügung gestellt wird, bekommen sie außerdem täglich 5,50 Euro Verpflegungsgeld.

Die meisten sind sowieso nur Wirtschaftsflüchtlinge

Niemand setzt sich leichtfertig nachts in ein marodes Boot, wissend, dass der Tod droht. Niemand setzt alles aufs Spiel, lässt alles los – die Heimat, Besitz, Familienangehörige, vielleicht sogar Kinder – und das alles nur in der Hoffnung auf den Bezug von Sozialleistungen. Wer Asyl sucht, kämpft oft ums Überleben. Weil im Herkunftsland Krieg herrscht, Verfolgung droht, Diskriminierung an der Tagesordnung oder die eigene Existenz permanent in Gefahr ist.

Im Jahr 2015 kamen ein Viertel aller  Asylsuchenden in Deutschland und Österreich aus dem syrischen Bürgerkrieg . Ein weiterer großer Teil floh aus Eritrea, wo eine brutale Militärdiktatur herrscht, die Regimekritiker auf unbestimmte Zeit in geheimen Gefängnissen verschwinden lässt. Krieg, kriegsähnliche Zustände und brutale Gewalt trieben 2015 auch tausende Menschen aus Afghanistan (9.000 Asylanträge ), Somalia (5.500) und Irak (5.300) in die Flucht.

Wir sollten uns lieber um unsere Armen und Obdachlosen in Österreich kümmern!!

Sind Flüchtlinge arbeitslos, klagen viele über die Sozialhilfekosten, die man ja irgendwie mitbezahlt. Sind sie es nicht, fürchten sie die Konkurrenz um Arbeitsplätze. Dabei ist die Angst, dass Flüchtlinge der Wohnbevölkerung die Arbeitsplätze wegnehmen, unbegründet: Forscher, die den Zusammenhang von Zuwanderung und lokaler Arbeitslosigkeit untersucht haben, fanden keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkterfolg von Einheimischen.

Auch die Rechnung, dass die Versorgung von Flüchtlingen Arme noch ärmer mache, geht auf: Kämen tatsächlich weniger Flüchtlinge, bekäme ein arbeitsloser Österreicher nicht einen Cent mehr, geringe Löhne würden deshalb nicht steigen, und Mittelständler hätten nicht weniger Angst vor dem sozialen Absturz. Hinter diesen Sorgen steht nämlich ein anderes Problem: die wachsende Ungleichheit zwischen Arm und Reich.

Geld ist genug da – würde es zum Nutzen aller Menschen in Europa gerechter verteilt, könnten alle angstfrei und menschenwürdig leben. Über wachsende Ungleichheit kann man sich zu Recht zu beschweren – Flüchtlinge allerdings beeinflussen diese Zustände am allerwenigsten.

Das sind doch alles sowieso nur Männer!

Mittlerweile sind 54 %, also die Mehrheit, der ankommenden Flüchtlinge Frauen und Kinder. Viele Männer flüchten, um nicht zwangsrekrutiert zu werden als Milizionäre für den IS, für Assads Armee oder als Kindersoldaten für Boko Haram. Außerdem ist die Flucht gefährlich und strapaziös, für Frauen und Kinder besteht zusätzlich noch die Gefahr, Opfer sexueller Gewalt zu werden. Aufgrund des EU-Abschottungsregimes sind Schlepperpreise extrem hoch – oft kann sich eine Familie nur leisten, ein einziges Mitglied außer Landes zu bringen. Da viele Frauen mit ihren Kindern reisen würden, wäre das gefährlicher und der Preis drei bis viermal so hoch. Die Hoffnung ist, dass der Mann als Flüchtling anerkannt wird und dann seine Kernfamilie nachholen kann. Dass nun soviele Frauen mit Kindern unterwegs sind zeigt, wie verzweifelt die Lage ist, dass sich Frauen und Kinder trotz der erwähnten Risiken auf den Weg machen

Die haben alle ein besseres Handy als ich!

Diese Menschen haben vor der Flucht ein ganz normales Leben geführt, sie haben gearbeitet, sind zur Schule gegangen, haben studiert und haben – so wie wir – ein Handy gekauft. Auf der Flucht ist das Handy oft die einzige Verbindung zu den zurückgelassenen Menschen daheim. Fotos sind darauf gespeichert und die Verbindung zur Außenwelt zum Überleben enorm wichtig. Außerdem besitzen viele der Smartphones die Möglichkeit zu navigieren -zb über Google Maps – um den Standort und die Route festzulegen.

Wenn ich zb auf Urlaub fahre, ist das Handy und das zugehörige Ladekabel das erste, dass ich mitnehmen. Wenn ich mir dann vorstelle aus meiner Heimat zu flüchten – stellt sich diese Frage gar nicht!!! Natürlich packe ich als allererstes mein Handy ein.

Als ich das erste Mal das Unbekannte kennenlernte – Ich und die Flüchtlinge Teil 2

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Wie gesagt …. da stand ich also … angezogen wie im Winter, müde vom Vorabend und da war diese Vorahnung, die sich blitzschnell in Realität verwandeln sollte ….

Denn, nur Sekunden nach unserer Ankunft, stürmte, ja stürmte, ich kann es nicht anders beschreiben, ein junger Bursch, Mitte 20 in Rot- Kreuz- Uniform aus der Eingangstür und begrüßte uns mit: „Ach Gottseidank seid’s ihr da (er war uns übrigens komplett unbekannt, was im Südburgenland wirklich eine Seltenheit ist – man kennt sich halt untereinander) – ich hab schon eine 38 Stunden Schicht hinter mir und muss echt ins Bett!! Alles was ihr braucht ist drinnen! 12 sind schon da – nachher kommen 34, aber das werdets ihr schon sehen“ sprach er und war schon in seinem Auto. Was man ihm natürlich nicht verdenken kann, ob ich alleine 38 Stunden ohne irgendwas zu tun aufbleiben könnte, ist fraglich.

Und noch immer kein Flüchtling in Sicht!!!

So rauchten wir gemeinsam noch eine Zigarette vor der Tür und öffneten frohen Mutes die Tür zur neuen/unbekannten/spannenden Welt. Welche Eindrücke wir hier sammeln, welche Menschen wir kennen lernen, in welche Fettnäpfchen wir treten werden und vor allem wie einschneidend dieser stinknormal Samstag für uns sein würde, ahnten wir natürlich nicht im Geringsten.

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mit freundlicher Genehmigung von Götz Schrage/Fotograf